Annahmeverzugslohn: Wann der Arbeitgeber trotz unwirksamer Kündigung nicht zahlen muss
Sie gewinnen den Kündigungsschutzprozess. Das Gericht stellt fest, dass die Kündigung unwirksam war und das Arbeitsverhältnis fortbesteht. Und dann kommt die Frage, um die es - neben der Höhe der Abfindung - wirtschaftlich geht: Wer zahlt die Vergütung für die Monate, in denen Sie nicht gearbeitet haben?
Diese Nachzahlung heißt Annahmeverzugslohn. Bei einem Verfahren über zwei Instanzen geht es schnell um ein bis zwei Jahresgehälter. Genau deshalb ist der Annahmeverzugslohn der eigentliche Hebel in jeder Abfindungsverhandlung: Je höher das Risiko für den Arbeitgeber ist, desto größer ist Ihre Verhandlungsmacht.
Dabei hat sich dieses Risiko seit 2020 spürbar verschoben. Der Arbeitgeber kann Ihnen heute entgegenhalten, Sie hätten es böswillig unterlassen, in der Zwischenzeit anderweitig Geld zu verdienen. Und er hat inzwischen auch Instrumente, dies zu belegen. Wer diese Grundsätze nicht kennt, gewinnt zwar den Kündigungsschutzprozess und erhält trotzdem keine rückständige Vergütung vom Arbeitgeber ausgezahlt.